Sommerzeit kann für Barschangler ausgesprochen spannend sein: Kleinfische stehen sichtbar im Freiwasser, an Krautkanten kommt Leben auf und plötzlich verraten jagende Barsche ihre Position mit Spritzern an der Oberfläche. Gleichzeitig ist die warme Jahreszeit anspruchsvoll. Die Fische halten sich nicht den ganzen Tag am selben Platz auf, pralle Mittagssonne kann flache Bereiche unattraktiv machen und starke Hitze verlangt einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit dem Fang.
Wer beim Barsch angeln im Sommer erfolgreich sein will, sucht deshalb nicht einfach „irgendwo tief“, sondern verbindet mehrere Hinweise: Wassertemperatur, Sauerstoff, Schatten, Struktur und vor allem Futterfisch. Mit einer mobilen Vorgehensweise, passenden Ködergrößen und realistischen Erwartungen lassen sich aktive Schwärme vom Ufer wie vom Boot gezielt finden.
Warum das Sommerangeln auf Barsch anders funktioniert
Mit steigender Wassertemperatur nimmt der Stoffwechsel der Barsche zunächst zu. Sie brauchen Nahrung, reagieren oft schnell auf vorbeiziehende Beute und können in kurzen Phasen sehr entschlossen fressen. Gerade kleinere und mittlere Barsche stehen dann häufig in Gruppen und drängen Schwärme aus Ukeleien, Rotaugenbrut oder jungen Barschen zusammen.
Doch Wärme hat auch eine Kehrseite. Sehr flache, ungeschützte Zonen heizen sich rasch auf. In stehenden Gewässern kann warmes Wasser weniger Sauerstoff binden; anhaltende Hitze, Windstille und hohe Wassertemperaturen sind daher keine idealen Bedingungen für einen langen Drill oder ausgedehnte Fangeinheiten. Barsche reagieren auf solche Umstände mit Standortwechseln. Sie suchen dann eher tiefere Schichten, Schatten, strömungsbewegte Bereiche oder Plätze, an denen frisches Wasser einläuft.
Im Tagesablauf ergibt sich daraus ein typisches Muster: In der Dämmerung und am frühen Morgen nutzen Barsche flache Jagdgründe, während sie bei hellem Licht und Hitze häufig an Kanten, unter überhängenden Bäumen, unter Steganlagen, in dichterem Kraut oder im tieferen Freiwasser anzutreffen sind. Das ist keine starre Regel. Ein bewölkter, windiger Tag kann das Beißfenster deutlich verlängern, während ein wolkenloser Hochsommertag oft nur kurze Aktivitätsphasen bietet.
Wasser, Temperatur und Struktur richtig lesen
Der beste Platz ist im Sommer selten bloß eine bestimmte Wassertiefe. Entscheidend ist die Kombination aus Deckung, Nahrung und angenehmen Bedingungen. Dort, wo diese Faktoren zusammenkommen, lohnt es sich, mehrere Würfe aus unterschiedlichen Winkeln zu machen und den Köder nicht nur einmal schnell durchzuziehen.
Thermokline und Sauerstoffzonen
In tiefen, stehenden Seen kann sich im Sommer eine deutliche Temperaturschichtung bilden. Oberhalb der Sprungschicht liegt wärmeres Oberflächenwasser, darunter deutlich kälteres Tiefenwasser. Für Barsche ist dabei nicht automatisch die größte Tiefe interessant. Unterhalb einer ausgeprägten Sprungschicht kann wenig Sauerstoff vorhanden sein. Häufig halten sich Futterfische und Barsche daher knapp oberhalb oder im Bereich dieser Übergangszone auf.
In kleinen, flachen Baggerseen, Kanälen oder Flüssen ist eine solche Schichtung oft weniger klar ausgeprägt. Hier zählen Schatten, Strömung, Einläufe und strukturreiche Stellen stärker. Wer sein Gewässer aufmerksam beobachtet, erkennt schnell, ob die Fische vor allem an festen Plätzen stehen oder sichtbar mit den Beutefischen umherziehen.
Strukturen, die Barsche anziehen
- Krautfelder und Krautkanten: Sie bieten Jungfischen Schutz und Barschen einen perfekten Hinterhalt. Besonders gut sind Löcher im Kraut, Übergänge zu freiem Wasser und abrupte Enden der Vegetation.
- Abbruchkanten: Flache Plateaus, die in tieferes Wasser fallen, verbinden Jagdgebiet und Rückzugsraum. Solche Kanten sind morgens, abends und bei Wetterwechseln besonders interessant.
- Harte Bodenwechsel: Kies, Muscheln, Steinpackungen oder Übergänge von Schlamm zu festem Grund ziehen Kleintiere und Futterfische an.
- Schattenplätze: Brücken, Boote, Stege, Spundwände, überhängende Bäume und Seerosenfelder können an sonnigen Tagen erstaunlich viele Fische konzentrieren.
- Strömungskanten: In Flüssen und Kanälen sind Kehrströmungen, Buhnenfelder, Hafeneinfahrten und die ruhigere Seite von Hindernissen klassische Sommerplätze.
Futterfisch ist dabei der wichtigste Hinweis. Kleine silberne Schwärme an der Oberfläche, auffliegende Vögel, kurze Fluchten oder wiederkehrende Wellenbewegungen an einer Kante sind oft wertvoller als ein optisch schöner, aber lebloser Platz.
Wo stehen Barsche im Sommer?
Die kurze Antwort lautet: Dort, wo sie leicht an Beute kommen und nicht unnötig Energie verlieren. Die hilfreiche Antwort ist differenzierter, denn Uhrzeit, Wetter und Gewässertyp bestimmen, ob das flache Ufer oder die tiefe Kante mehr Chancen bringt.
Früh und spät: flache Jagdgründe
In den ersten Stunden nach Sonnenaufgang und in der Abenddämmerung ziehen viele Barsche in ufernahe Bereiche. Flache Buchten, Schilfkanten, Steinpackungen, Spundwände und die Außenseite von Krautfeldern sind dann gute Ausgangspunkte. Besonders interessant sind Stellen, an denen das Flache ohne große Distanz in tieferes Wasser übergeht.
Beim Barsch sommer vom Ufer gilt: Nicht nur weit werfen. Oft stehen die Fische direkt an der ersten Krautkante, neben einem Bootssteg oder unter dem eigenen Uferschatten. Ein flach geführter Wobbler, ein kleiner Gummifisch oder ein Spinner kann hier die ersten aktiven Fische schnell zeigen. Nach einem Biss lohnt es sich, den Bereich konsequent weiter abzusuchen, denn ein einzelner Barsch ist im Sommer häufig nicht allein.
Tagsüber: Schatten, Kanten und Freiwasser
Steht die Sonne hoch, verlagert sich die Suche. Barsche können dann eng an der schattigen Seite einer Struktur stehen, mitten im Kraut lauern oder über tieferem Wasser unter einem Futterfischschwarm patrouillieren. In klaren Seen sollten Kanten nicht nur am Fuß, sondern stufenweise befischt werden: erst die obere Kante, dann den Hang und schließlich den tieferen Auslauf.
Im Freiwasser sind Jagdphasen oft kurz. Wer Oberflächenaktivität sieht, sollte den Köder zügig und präzise in die Richtung des Geschehens werfen. Bleibt der Schwarm unter Wasser, sind ein langsam absinkender Gummi oder eine feine Dropshot-Präsentation häufig die bessere Wahl als hektisches Werfen in alle Richtungen.
Köder, Köderführung und Montagen bei warmem Wasser
Sommerköder müssen nicht groß sein, aber sie sollten zum vorhandenen Futter passen. Sind viele winzige Jungfische unterwegs, fangen schlanke Gummis, kleine Wobbler und dezente Hardbaits oft besser als überdimensionierte Modelle. Bei größeren Beutefischen oder wenn gezielt kapitale Barsche erwartet werden, darf der Köder etwas mehr Volumen haben.
Gummifisch: vielseitig an Kante, Kraut und Freiwasser
Ein Barsch Sommer Gummifisch zwischen etwa fünf und neun Zentimetern deckt viele Situationen ab. Schlanke Shads und kleine V-Tails lassen sich mit leichten Jigköpfen kontrolliert über den Grund führen. Je flacher und verkrauteter der Platz ist, desto leichter sollte das Gewicht ausfallen. Das Ziel ist nicht, möglichst schnell den Boden zu erreichen, sondern möglichst lange in der vermuteten Bisszone zu bleiben.
Eine kleine Gummifischgröße ist vor allem dann sinnvoll, wenn Barsche auf Jungfisch fixiert sind oder zurückhaltend beißen. Sie lässt sich am leichten Jigkopf ebenso einsetzen wie am Dropshot-Rig und kann nahe am Grund, frei im Mittelwasser oder über Kraut präsentiert werden.
Bei der Führung sind Pausen oft der Auslöser. Nach dem Auswerfen lässt du den Köder kontrolliert absinken, hebst ihn mit kleinen Rutenschlägen an und gibst anschließend wieder lose Schnur. Bisse kommen häufig in der Absinkphase. In klarem Wasser sind natürliche Dekore wie Silber, Braun, Grün oder transparent häufig ein guter Anfang; bei trübem Wasser, Schatten oder bedecktem Himmel kann ein auffälliger Akzent helfen. Entscheidend bleibt aber eine glaubwürdige Größe und Führung.
Dropshot für vorsichtige oder tief stehende Fische
Die Dropshotmontage spielt ihre Stärke aus, wenn Barsche an einer Kante stehen, nur sehr verhalten reagieren oder der Köder lange an einer kleinen Stelle angeboten werden soll. Der Abstand zwischen Haken und Blei bestimmt die Laufhöhe: Über schlammigem oder krautigem Boden darf der Köder höher schweben, auf hartem Grund kann er tiefer stehen.
Nach dem Auswerfen wird das Blei zum Grund gelassen und die Schnur leicht gespannt. Anschließend bewegt nur die Rutenspitze den Köder. Nicht dauerhaft zittern: Mehrere feine Impulse, dann eine Pause von einigen Sekunden, sind häufig wirkungsvoller. Gerade an heißen Mittagen kann diese ruhige Präsentation aktive, aber nicht jagende Barsche erreichen.
Wobbler, Spinner und Oberflächenreize
Kleine Minnows eignen sich an Steinpackungen, über Kraut und entlang von Spundwänden. Sie dürfen unregelmäßig geführt werden: zwei kurze Schläge, Pause, ein längerer Zug. Spinner und kleine Chatterbaits sind nützlich, wenn man schnell Fläche absuchen möchte oder leicht getrübtes Wasser vorfindet. Bei sichtbarer Jagd können flach laufende Köder und Oberflächenköder innerhalb kurzer Zeit sehr effektiv sein. Bleibt die Oberfläche danach ruhig, wechselt man besser zurück zu einem absinkenden Köder und sucht die Tiefe unter dem Schwarm ab.
Die besten Beißzeiten im Sommer nutzen
Die besten Beißzeiten liegen im Sommer meist in der Dämmerung: früh morgens vor und nach Sonnenaufgang sowie abends, wenn die direkte Einstrahlung nachlässt. Dann verlassen viele Futterfische ihre Deckung, und Barsche können in flache Jagdzonen ziehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Mittagszeit grundsätzlich verloren ist.
Bei Sonne konzentriert sich die Suche auf schattige Ufer, tiefere Kanten, Brücken, Häfen, Unterstände und windzugewandte Bereiche. Wind kann Nahrung und Futterfisch an ein Ufer drücken, die Oberfläche aufbrechen und Lichtverhältnisse entschärfen. Ein mäßig bewegter, bewölkter Tag ist deshalb oft über viele Stunden produktiver als ein völlig windstiller Hochsommertag.
- Morgens: Flache Buchten, Außenkanten von Krautfeldern, Steinpackungen und Bereiche mit einfallendem Licht zuerst befischen.
- Mittags: Schatten, strukturreiche Tiefe, steile Kanten und tieferes Freiwasser unter Futterfisch suchen; langsamer und präziser fischen.
- Abends: Wieder flacher werden, Oberflächenaktivität beobachten und bewegte Köder etwas offensiver einsetzen.
- Nach Wetterwechseln: Nicht nur auf die Uhr achten. Bewölkung, frischer Wind und sinkende Temperaturen können plötzlich neue Aktivität bringen.
Ein stabiles Muster über mehrere Ansitze ist hilfreicher als eine allgemeine Uhrzeit. Notiere dir gedanklich, wann an deinem Gewässer Futterfisch sichtbar wird, welche Windseite aktiv ist und in welcher Tiefe die Kontakte kommen. Daraus entsteht mit der Zeit ein belastbares Bild für den jeweiligen See, Kanal oder Flussabschnitt.
Welche Tiefe ist für Barsche interessant?
Auf die Frage nach der richtigen Tiefe gibt es keine feste Meterangabe. In einem flachen Vereinssee können bereits zwei bis drei Meter der kühlere Rückzugsraum sein, während in einem tiefen Baggersee acht, zwölf oder mehr Meter relevant werden. Statt eine Zahl zu suchen, sollte man systematisch Wassertiefen und Übergänge absuchen.
Ein praktischer Ablauf beginnt am flachen Rand: Befische zuerst die obere Kraut- oder Geländekante. Bleiben Kontakte aus, arbeitest du den Hang in Stufen tiefer ab. Beim Jiggen kann man die Absinkzeit mitzählen, um den Köder wiederholt in einer bestimmten Wasserschicht anzubieten. Bei einem Biss wird dieselbe Tiefe anschließend aus mehreren Richtungen befischt.
In klaren Seen stehen Barsche im Sommer oft nicht am Boden, sondern im Mittelwasser bei den Futterfischen. Ein Köder, der konsequent bis zum Grund fällt, fischt dann unter den Fischen. Variiere deshalb die Absinkdauer und achte darauf, ob der Kontakt unmittelbar nach dem Einwerfen, während des Sinkens oder erst nahe dem Boden kommt. Das verrät viel über die aktuelle Standtiefe.
Ein Echolot kann vom Boot aus Bodenverläufe, Krautgrenzen und Fischanzeigen sichtbar machen. Es ersetzt jedoch keine Einordnung: Einzelne Sicheln zeigen nicht zwingend aktive Barsche, und ein dichter Schwarm kann Futterfisch sein. Wertvoll wird das Gerät, wenn sich Anzeigen, Kante und Beißkontakt decken. Vom Ufer helfen Tiefenkarten, sichtbare Strukturen, Lotblei und ein planvolles Ausfächern der Würfe.
Aktive Schwärme gezielt finden
Aktive Barsche verraten sich oft selbst. Kleine Fische springen plötzlich, Möwen oder Seeschwalben kreisen über einer Stelle, und auf der Oberfläche entstehen kurze, hektische Spritzer. Wichtig ist, nicht mitten in den sichtbaren Trubel zu werfen. Besser ist ein Wurf etwas vor den Schwarm oder seitlich an seine vermutete Zugbahn. Dort trifft der Köder auf nachziehende Räuber, ohne die Futterfische zusätzlich zu verscheuchen.
Schwärme bewegen sich häufig entlang wiederkehrender Leitlinien: an einer Krautkante, über einem Plateau, entlang einer Fahrrinne oder zwischen zwei markanten Strukturen. Ein einzelner Kontakt sollte deshalb nicht nur zu weiteren Würfen an exakt denselben Punkt führen. Suche vielmehr die Strecke entlang der Kante ab. Bleiben mehrere Würfe ohne Reaktion, geh ein Stück weiter oder wechsle die Tiefe.
Die mobile Suche funktioniert am besten mit klarer Reihenfolge:
- Beobachte fünf bis zehn Minuten Oberfläche, Windrichtung, Vögel und Futterfisch.
- Suche eine auffällige Struktur mit einem schnell geführten Köder ab.
- Kommt kein Biss, befische denselben Bereich langsamer und tiefer.
- Bei einem Kontakt wirf die Umgebung systematisch in einem Fächer ab.
- Wenn der Schwarm nicht mehr reagiert, ziehe weiter, statt den Platz zu lange zu blockieren.
Ein Köderwechsel ist sinnvoll, wenn sich die Aktivität verändert. Vom Suchköder zum kleinen Gummi oder Dropshot zu wechseln, ist oft erfolgreicher als immer wieder das gleiche Tempo zu erhöhen.
Barschangeln vom Ufer und vom Boot
Vom Ufer ist die Platzwahl eingeschränkter, aber keineswegs schlechter. Erreichbare Kanten, Hafeneinfahrten, Brücken, Buhnen, Stege und Krautlücken bündeln Fische und sind oft leicht zu befischen. Eine längere Rute kann helfen, Köder über Steine oder Kraut zu führen und weiter entfernte Kanten zu erreichen. Besonders an stark frequentierten Ufern lohnt sich ein früher Start, bevor Badebetrieb und Lärm zunehmen.
Vom Boot aus lassen sich Kanten präziser anfahren und unterschiedliche Tiefen schneller prüfen. Sinnvoll ist, nicht direkt über einer vermuteten Fischgruppe zu stehen, sondern mit Abstand parallel zur Kante zu driften oder zu ankern. So kann der Köder natürlich über den Übergang geführt werden. Wind, andere Wassersportler und die lokale Bootsordnung bestimmen dabei, welche Methode sicher und erlaubt ist.
Für beide Varianten ist eine feine, kaum dehnbare Hauptschnur praktisch: Sie überträgt Bodenkontakt und vorsichtige Bisse direkt und erleichtert weite Würfe. Ein dünnes Fluorocarbon-Vorfach macht die Präsentation in klarem Wasser unauffälliger und schützt zusätzlich vor Abrieb an Muscheln oder Steinen. Wo mit Hechten zu rechnen ist, gehört ein geeignetes, hechtsicheres Vorfach an die Montage; Fluorocarbon allein ist kein verlässlicher Schutz gegen Hechtzähne.
Beim Uferangeln sollte die Schnurfarbe nicht überbewertet werden. Entscheidend sind Durchmesser, Tragkraft, Knotenfestigkeit und ein sauber abgestimmtes Vorfach. Farbmarkierungen können allerdings beim Zählen der Absinkphase und beim Einschätzen der Distanz nützlich sein.
Ausrüstung und Setup für den Sommer
Ein universelles Setup für Barsche muss nicht kompliziert sein. Für Gummifische, kleine Wobbler, Spinner und Finesse-Rigs passt in vielen Gewässern eine leichte bis mittlere Spinnrute mit schneller Aktion. Je nach Ködergewicht und Gewässergröße ist ein Bereich von ungefähr fünf bis 25 Gramm ein brauchbarer Rahmen. Wichtig ist eine sensible Spitze für die Bisserkennung, kombiniert mit genug Rückgrat, um den Haken sicher zu setzen und einen Fisch von Kraut oder Steinen fernzuhalten.
Eine Rute im mittleren Längenbereich bietet vom Ufer Vorteile bei Wurfweite und Schnurkontrolle, bleibt aber vom Boot aus noch gut handhabbar. Ein Wurfgewicht von 6 bis 24 Gramm deckt typische sommerliche Barschköder wie kleine Gummifische, kompakte Wobbler und Spinner sinnvoll ab.
Dazu passt eine kompakte Stationärrolle in einer kleinen bis mittleren Größe mit sauber arbeitender Bremse. Die Bremse sollte nicht komplett zugedreht werden: Gerade bei dünner Schnur, kurzen Distanzen und einem überraschend starken Beifang muss sie ruckfrei Schnur freigeben. Als Hauptschnur genügen häufig feine geflochtene Schnüre, ergänzt durch etwa einen bis zwei Meter Fluorocarbon. Die exakte Stärke richtet sich nach Hindernissen, zu erwartender Fischgröße und der Möglichkeit von Hechten.
Praktische Kleinteile für die Tasche
- Jigköpfe in mehreren leichten Gewichtsstufen, damit die Sinkgeschwindigkeit angepasst werden kann.
- Dropshot-Haken, Klemmbleie und kleine Softbaits für ruhige Phasen.
- Einige Hardbaits oder Spinner zum schnellen Absuchen.
- Vorfachmaterial, passende Wirbel oder Snaps sowie eine kleine Schere oder Zange.
- Maßband, Hakenlöser und ein ausreichend großer Kescher für eine schonende Landung.
- Sonnen- und Wetterschutz, Trinkwasser und bei Bootsfahrten eine geeignete Rettungsweste.
Verantwortung, Regeln und Fischschutz im Sommer
Vor jedem Angeltag müssen die Regeln für das konkrete Gewässer geprüft werden. Schonzeiten, Mindestmaße, Entnahmefenster, Fangbegrenzungen, Nachtangelverbote, Betretungsregeln und mögliche Einschränkungen für Boote unterscheiden sich regional und teilweise sogar von Gewässer zu Gewässer. Verbindlich sind die geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Vorgaben des Gewässereigentümers oder Vereins.
Bei sommerlicher Hitze verdient der Umgang mit Fischen besondere Aufmerksamkeit. Landung, Abhaken und gegebenenfalls Zurücksetzen sollten vorbereitet, zügig und mit nassen Händen erfolgen. Der Fisch gehört nicht auf heißen, trockenen Boden. Ein passender Kescher, ein bereitliegendes Maßband und eine Hakenlösezange verkürzen die Belastung. Bei sehr warmem Wasser, anhaltender Hitze und erkennbar stark gestressten Fischen ist es verantwortungsvoll, das Angeln zu verschieben oder ganz darauf zu verzichten.
Auch der eigene Schutz ist Teil eines guten Sommertags: Kopfbedeckung, Sonnencreme, ausreichend Wasser und ein Blick auf Gewitterwarnungen gehören ebenso dazu wie Rücksicht auf Badende, Brutvögel und andere Angler. Verpackungen, Schnurreste und beschädigte Köder werden selbstverständlich wieder mitgenommen.
Häufige Fragen zum Barschangeln im Sommer
Wo stehen Barsche im Sommer?
Morgens und abends häufig flach an Krautkanten, Steinpackungen, Schilf oder in Buchten mit Futterfisch. Tagsüber sind Schattenplätze, steile Kanten, dichteres Kraut und Freiwasserbereiche unter Futterfischschwärmen oft aussichtsreicher. Suche immer dort, wo Deckung, Nahrung und eine passende Temperaturzone zusammenkommen.
Welche Köder funktionieren bei warmem Wasser?
Kleine bis mittlere Gummifische, V-Tails, Twister, Minnow-Wobbler und Spinner sind gute Allrounder. Bei vorsichtigen Fischen und an Kanten überzeugt oft Dropshot. Bei sichtbarer Jagd darf der Köder flacher und schneller laufen; bei ruhigen Fischen ist eine langsamere Führung mit längeren Pausen besser.
Wann sind die besten Beißzeiten?
Die zuverlässigsten Zeitfenster sind meist der frühe Morgen und die Abenddämmerung. Wind, Wolken und ein Wetterwechsel können Barsche jedoch auch tagsüber aktiv machen. Bei praller Sonne konzentrierst du dich auf Schatten, Tiefe und Struktur.
Welche Tiefe ist interessant?
Es gibt keine pauschale Tiefe. Beginne an flachen Kanten und suche schrittweise tiefer. In tiefen Seen ist häufig der Bereich oberhalb der sommerlichen Sprungschicht interessant. Achte darauf, in welcher Absinkphase Bisse kommen, und biete den Köder anschließend gezielt auf dieser Höhe an.
Wie findet man aktive Schwärme?
Beobachte springende Kleinfische, jagende Barsche, Vögel und Windkanten. Vom Boot helfen Echolot und Tiefenkarte beim Finden von Kanten und Futterfisch. Nach einem Biss wird die Umgebung systematisch befischt; bleiben weitere Kontakte aus, suchst du die nächste Struktur statt zu lange an einer Stelle zu bleiben.
Welche Ausrüstung ist sinnvoll?
Eine leichte bis mittlere Spinnrute, eine kleine Stationärrolle, feine geflochtene Hauptschnur mit Fluorocarbon-Vorfach sowie Jigköpfe, Dropshotmaterial und einige Suchköder reichen für viele Situationen. An hechtreichen Gewässern ist ein geeignetes bissfestes Vorfach unverzichtbar.
Fazit: Mit System zum Sommerbarsch
Erfolgreiches Barschangeln im Sommer beruht weniger auf einem einzelnen Geheimköder als auf einer flexiblen Suche. Futterfisch zeigt die Richtung, Struktur gibt Orientierung und die Tageszeit bestimmt, ob flaches Wasser, Schatten oder Tiefe zuerst befischt wird. Wer nach wenigen Würfen nicht stur am selben Punkt bleibt, sondern Tiefe, Tempo und Köderführung verändert, findet aktive Fische deutlich zuverlässiger.
- Früh und spät flache, strukturreiche Jagdplätze absuchen.
- Bei Sonne Schatten, Kanten, Kraut und tieferes Freiwasser prüfen.
- Ködergröße am vorhandenen Futterfisch ausrichten und Pausen einbauen.
- Nach einem Biss die Tiefe und die Umgebung gezielt weiter befischen.
- Lokale Regeln beachten und bei extremer Wärme den Fischschutz an erste Stelle setzen.



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